Kriterien der CmiA Standards: Indikatoren für die Nachhaltigkeitsziele von Cotton made in Africa

Die Kriterien der CmiA-Standards umfassen sowohl ökologische, soziale als auch ökonomische Aspekte des Baumwollanbaus und deren Verarbeitung. Ein zweistufiger Kriterienkatalog stellt sicher, dass die teilnehmenden Baumwollbauern ihre Anbaumethoden sowie die Baumwollgesellschaften ihre weitere Veredlung des Rohstoffs sukzessive unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten nachhaltiger gestalten. Im Rahmen des CmiA-Organic Standards müssen ergänzende Anforderungen entsprechend der international anerkannten Richtlinien des biologischen Landbaus (Kriterien des Standards EC No. 834/2007 und GOTS) zusätzlich zur regulären CmiA Verifizierung erfüllt und überprüft werden. Die sozialen, ökologischen und ökonomischen Kriterien der CmiA Standards sind nachfolgend öffentlich einsehbar oder können hier heruntergeladen werden.

Ausschlusskriterien: Mindestanforderungen für die Teilnahme an Cotton made in Africa

Ob ein Kleinbauer oder eine Baumwollgesellschaft überhaupt an der Initiative Cotton made in Africa Initiative teilnehmen kann, wird zunächst anhand einer Reihe von nicht zu akzeptierenden Ausschlusskriterien beurteilt:

  • An der Cotton made in Africa Initiative nehmen Kleinbauern teil, die nur über eine kleine Parzelle Land (durchschnittlich 1-3ha) zur Einkommenssicherung verfügen.
  • Die Kleinbauern betreiben ausschließlich Regenfeldbau, d.h. es findet keine künstliche Bewässerung statt.
  • Die Abholzung von Primärwäldern ist ebenso verboten wie Eingriffe in ausgewiesene Schutzgebiete.
  • Kinderarbeit (gemäß der ILO-Konventionen 138 und 182), Menschenhandel (gemäß UN Palermo Protokoll) und Zwangsarbeit (gemäß ILO Konventionen 29 und 105) sind strengstens verboten.
  • Die Versammlungsfreiheit sowie die Möglichkeit zur Mitgliedschaft in Instanzen, die die Kleinbauern bzw. Mitarbeiter der Entkörnungsanlagen vertreten, müssen gewährleistet sein. Außerdem ist das Recht auf Kollektivverhandlungen sowie an deren Ergebnissen sichergestellt (gemäß ILO Konventionen 87 und 98). 
  • Pestizide, die durch die Rotterdamer und Stockholmer Konvention reguliert oder die WHO als extrem oder hochgefährlich einstuft (Klasse Ia und Ib), dürfen nicht verwendet werden. Schwangeren, Stillenden, Kranken, Minderjährigen und unausgebildeten bzw. unerfahrenen Personen ist zum eigenen Schutz die Arbeit mit Pestiziden verboten. Eine Liste verbotener Pestizide finden Sie hier.
  • Verboten sind Pestizide, die eine nationale Zulassung für die Verwendung im Baumwollanbau haben, aber nicht entsprechend internationaler Standards und in mindestens einer Landessprache gekennzeichnet sind.
  • Ausgeschlossen ist die Nutzung von gentechnisch verändertem Saatgut.
  • Geschäftsbeziehungen müssen entsprechend der OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen nationalem oder internationalem Recht entsprechen.
  • Es ist sichergestellt, dass Männer und Frauen für die gleiche Arbeit eine gleiche Bezahlung erhalten (gemäß ILO Konvention 100, Art. 1).
  • Diskriminierungen am Arbeitsplatz sind strengstens verboten (gemäß ILO Konvention 111).

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Nachhaltigkeitskriterien: Vorgaben für kontinuierliche Verbesserung

Um Baumwolle nach Cotton made in Africa Standards zu produzieren, müssen die Kleinbauern und Baumwollgesellschaften darüber hinaus verschiedene so genannte Nachhaltigkeitsindikatoren berücksichtigen und schrittweise erfüllen. Ihre Überprüfung findet sowohl auf Ebene der Baumwollbauern als auch auf Ebene der Entkörnungsanlagen statt.

Auf der Ebene der Baumwollbauern:

  • Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und Schutz der Gewässer: Durch umweltschonende Agrarmethoden, wie die Bestellung der Felder in Fruchtfolge oder die Produktion von natürlichem Dünger, werden der Boden und das Grundwasser geschont, ein Auslaugen der Böden vermieden und der Schädlingsbefall reduziert.
  • Kontrollierter und reduzierter Einsatz von Pestiziden: Durch das Schadschwellenprinzip lernen die Baumwollbauern Pestizide nur eingeschränkt und verantwortungsvoll zu nutzen.
  • Durch regelmäßige Trainings im bewussten Umgang mit Pestiziden sind die Baumwollbauern über die Gefahren und Auswirkungen der Pestizide informiert. So werden sie darin geschult, beim Ausbringen Schutzkleidung zu tragen, geeignete Ausrüstung zu verwenden und die Behälter mit Pflanzenschutzmitteln für Kinder unerreichbar aufzubewahren.
  • Die Baumwollgesellschaft stellt die Vorfinanzierung von Investitionen, die für den Baumwollanbau notwendig sind, wie Saatgut oder Düngemittel, für die Kleinbauern sicher. Baumwollbauern sind vor Vertragsabschluss über die Kosten dieser Aufwendungen informiert.
  • Die Baumwollbauern werden verlässlich rechtzeitig und fair bezahlt. Es wird sichergestellt, dass die Bauern in Instanzen vertreten sein können, in denen auf nationaler Ebene die Baumwollpreise verhandelt werden. So können sie Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen.
  • Es herrscht Transparenz bei der Klassifizierung der Baumwollqualität und über den für den Rohstoff bezahlten Preis .

Auf der Ebene der Entkörnungsanlagen:

  • Festangestellte und Saisonarbeiter in den Baumwoll-Entkörnungsanlagen haben schriftliche Arbeitsverträge.
  • Es herrschen geregelte Arbeitszeiten. Überstunden werden vollständig und gemäß nationalem Recht entlohnt (vgl. ILO Konvention 1).
  • Das monatlich rechtzeitig und zuverlässig bezahlte Gehalt überschreitet oder entspricht mindestens dem national festgelegten Mindestlohn (vgl. ILO Konventionen 26 und 131).
  • Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen, wie das Tragen von Staubmasken, sind für alle Mitarbeiter gewährleistet (vgl. ILO Konvention 155).
  • Es gibt einen Plan, wie unerwünschte Umweltauswirkungen reduziert werden können.

Wasser - ein kostbares Gut

Der Baumwollanbau bei Cotton made in Africa wird ausschließlich im Regenfeldbau betrieben. Das ist ein wesentlicher Unterschied im Vergleich zum globalen Baumwollanbau. Denn etwa drei Viertel der weltweit geernteten Baumwolle wird bewässert. Die knappe Ressource wird durch CmiA geschont – eine Ersparnis, die Leben sichert.

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Kampf gegen Kinderarbeit

Für viele Kinder der Welt steht statt Freizeit und Schule harte körperliche Arbeit zu Hungerlöhnen an der Tagesordnung. Mit einer Verbesserung der Lebensbedingungen durch höhere Einkommen und durch Kooperationsprojekte unterstützt Cotton made in Africa den Kampf gegen Kinderarbeit. Bei CmiA finden die Konventionen 138 und 182 der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labor Organisation ILO) Anwendung: Jede Form von ausbeuterischer Kinderarbeit, Arbeit, die der Gesundheit und der Entwicklung der Kinder schadet und jede Art von Kinderarbeit, die außerhalb der Familie erbracht wird, ist nach den Kriterien von Cotton made in Africa streng verboten. Das gilt selbstverständlich auch für Kinderhandel und Zwangsarbeit. Mithilfe der Kinder auf dem elterlichen Hof ist erlaubt, sofern ihnen ausreichend Zeit für Schulbesuch und Freizeit bleibt.

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Kontakt

Aid by Trade Foundation

Cotton made in Africa
Gurlittstraße 14
20099 Hamburg
Deutschland

info@abt-foundation.org

Tel.: +49 (0)40 - 2576 - 755 - 00

Fax: +49 (0)40  - 2576 755 - 11

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