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Die Einhaltung der Kriterien der CmiA Standards durch Baumwollbauern, Baumwollgesellschaften und die Entkörnungsanlagen wird regelmäßig im Rahmen einer so genannten Verifizierung überprüft. CmiA beauftragt dafür unabhängige und qualifizierte Organisationen. Dadurch wird sichergestellt, dass das Werteversprechen der Initiative, Kleinbauern und ihren Familien in Afrika zu besseren Lebensbedingungen zu verhelfen, eingehalten wird. Die regelmäßig stattfindenden Verifizierungen der Cotton made in Africa Standards stellen sicher, dass die Ausschlusskriterien eingehalten werden, und überprüft die kontinuierliche Verbesserung der Einhaltung der CmiA Nachhaltigkeitsanforderungen. Auf diese Weise wird erreicht, dass Baumwollgesellschaften und Baumwollbauern ihre Prozesse im Sinne einer nachhaltigen Produktion für Mensch und Umwelt grundlegend und nachhaltig umstellen. Genauere Informationen bspw. zum Verifizierungsprozess finden Sie nachfolgend oder in unseren öffentlich zugänglichen Materialien.

Das Verifizierungssystem: Transparenz gewährleisten

Entworfen wurden die CmiA Standards, ihre Kriterien und das übergeordnete Verifizierungssystem zur Überprüfung der Standards von Experten unter Einbeziehung aller wichtigen Akteure der Cotton made in Africa Initiative. Dazu zählen die afrikanischen Baumwollgesellschaften sowie sozial-, umwelt- und entwicklungspolitische Institutionen, wie der NABU, die Welthungerhilfe oder der World Wide Fund For Nature (WWF), die niederländische Universität Wageningen und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Das Verifizierungssystem unterliegt einer regelmäßigen Überprüfung und Weiterentwicklung durch einen aus Experten von Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen sowie Baumwollproduzenten zusammengesetzten technischen Beirat.

Der Verifizierungsprozess: Regelmäßige Überprüfung der Vorgaben durch unabhängige Instanzen

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Die Kontrolle der CmiA Standards im Rahmen eines Verifizierungsprozesses beginnt bei den Baumwollgesellschaften, die Baumwolle unter Einhaltung der CmiA-Kriterien anbieten wollen. Zu Beginn der Zusammenarbeit müssen diese Unternehmen eine Selbstauskunft über die Einhaltung der CmiA Kriterien abgeben. Vervollständigt werden diese Selbstauskünfte durch Untersuchungen unabhängiger Verifizierungsunternehmen, EcoCertAfriCert und Control Union. Sie kontrollieren, ob die Baumwollgesellschaften und Kleinbauern, die Baumwolle in Cotton made in Africa-Qualität produzieren, die Kriterien einhalten. Hierbei finden auch stichprobenartige Befragungen der Bauern und Kontrollen auf den Feldern statt. Eine Verifizierung besteht aus zwei separaten Einsätzen. Es werden die Feldaktivitäten der Baumwollgesellschaft und der bei ihr unter Vertrag stehenden Kleinbauern sowie die Entkörnungsanlagen der Baumwollgesellschaft überprüft. Zunächst muss durch die unabhängigen Experten überprüft werden, dass alle Ausschlusskriterien beachtet wurden. Zudem müssen mindestens 50 Prozent der Nachhaltigkeitskriterien gemäß des Ampelsystems der Verifizierung gelb oder grün bewertet werden. Erst dann hat eine Baumwollgesellschaft den gesamten Verifizierungszyklus erfolgreich durchlaufen und darf das Label Cotton made in Africa nutzen.

Fortlaufende Verifizierung: Unterstützung bei der kontinuierlichen Verbesserung

Wenn die Überprüfung erfolgreich war, ist die Baumwollgesellschaft dazu verpflichtet einmal jährlich eine Selbstauskunft einzureichen, in der sie Auskunft darüber gibt, inwieweit sie die Kriterien der CmiA Standards weiterhin erfüllt. Die Verifizierung der Selbsteinschätzungen findet wiederum alle zwei Jahre durch die unabhängigen Unternehmen EcoCertAfriCert und Control Union statt. Dabei wird überprüft ob die Ausschlusskriterien eingehalten wurden und ob sich die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien im Laufe der Zeit weiter verbessert hat (z.B. von der Ampelfarbe gelb zu grün).

Um die vorgegebenen Nachhaltigkeitsziele besser umsetzen zu können, erstellt die Baumwollgesellschaft gemeinsam mit den Verifizierern einen Managementplan. Dieser Plan legt fest, welche Fortschritte bis zur nächsten Überprüfung auf welche Weise erreicht werden sollen, und welche Unterstützung Cotton made in Africa, etwa in Form von Schulungen, zur Verfügung stellt. Der Management Plan dient als Grundlage für den öffentlich zugänglichen aggregierten Verifizierungsbericht, der einmal jährlich von der Aid by Trade Foundation erstellt wird. Er gibt Auskunft über das Ergebnis der letzten und dient als Referenzgrundlage zur Fortschrittskontrolle bei folgenden Verifizierungen.

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Nicht-Einhaltung der CmiA Standards: Ausschluss aus dem CmiA-System

Wenn die CmiA-Ausschlusskriterien nicht eingehalten werden, weniger als 50% der Nachhaltigkeitskriterien im Ampelsystem mit grün oder gelb klassifiziert sind und/oder wiederholt keine Verbesserungen bei der Umsetzung mindestens eines Nachhaltigkeitskriteriums zwischen zwei aufeinander folgenden Verifizierungen erzielt werden, folgt der Ausschluss der Baumwollgesellschaft und der Baumwollbauern. Sie dürfen keine Baumwolle mit CmiA-Lizenz handeln.

Ziel von Cotton made in Africa ist es, möglichst vielen Kleinbauern die Möglichkeit zu geben Baumwolle nachhaltig anzubauen, und mit den Einnahmen aus dem Baumwollanbau ihre Familien zu ernähren. Aus diesem Grund will Cotton made in Africa problemorientiert agieren und versucht gemeinsam mit Kleinbauern, Verifizierern und Baumwollgesellschaften Lösungen für die Gründe des Ausschlusses zu finden. In Härtefällen würde ein Ausschuss zur Problemlösung und Diskussion einberufen, der sich aus der AbTF Geschäftsführung und dem Technical Advisory Board zusammensetzt. Kann die Baumwollgesellschaft einen Nachweis darüber liefern, dass die Probleme, die zum Entzug der CmiA-Lizenz geführt haben, behoben sind, besteht die Möglichkeit sich nach einem Jahr durch eine sogenannte Follow-Up-Verifizierung erneut für das CmiA-System zu qualifizieren. Cotton made in Africa unterstützt die Kleinbauern durch Schulungen, in denen sie sukzessive darin geschult werden ihre Anbaumethoden auf eine nachhaltige soziale, ökologische und ökonomische Grundlage gemäß der Cotton made in Africa Standards zu stellen und sich kontinuierlich zu verbessern.

Steuerungsinstanzen des Verifizierungssystems: Wechselseitige Beratung und Revision

Steuerungsinstanzen-des-Verifizierungssystems-DDie Überprüfung und Einhaltung der CmiA Standards gemäß CmiA Verifizierungssystem baut auf die Überprüfung durch unabhängige, qualifizierte Unternehmen, AfricertEcoCert und Controlunion, auf. Ergänzend stellen folgende Instanzen die Verlässlichkeit der Standards sicher:

Das höchste Entscheidungsgremium im Verifizierungssystem der CmiA Standards ist das Kuratorium der Aid by Trade Foundation, Trägerin der Cotton made in Africa Initiative. Das AbTF Kuratorium, in dem gewählte Repräsentanten von Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und aus der Politik vertreten sind, dient als letzte Instanz bei Disputen und überwacht das Verifizierungssystem der CmiA Standardfamilie.

Der technische Beirat, in dem Experten aus Nichtregierungsorganisationen, Baumwollgesellschaften, Produzenten, Unternehmen und der öffentlichen Hand sitzen, berät die AbTF Geschäftsführung und das Verifizierungsmanagement. Das Überarbeiten und Kommentieren der CmiA Standards und seiner Kriterien ist wichtiger Bestandteil seiner Aufgaben.

Baumwollgesellschaften und die mit ihr zusammen arbeitenden Kleinbauern sowie Arbeiter der Entkörnungsanlagen bilden die sogenannte „CmiA Unit“. Eine „Managing Entity“, meistens eine Baumwollgesellschaft, trägt die Verantwortung dafür, dass die CmiA Unit sich entsprechend der CmiA Richtlinien verhält. Auf der Ebene der „Managing Entity“ werden viele Daten gebündelt erfasst und kontrolliert, was die Verifizierung effizienter macht. Hierzu zählen etwa Daten zur Lieferung von Pestiziden oder zur Bezahlung der Bauern.

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