Kehinde WileyDer Künstler Kehinde Wiley hat zur Fußball-Weltmeisterschaft in Kooperation mit PUMA ein Porträt der drei afrikanischen Fußballstars Samuel Eto'o, John Mensah und Emmanuel Eboué gefertigt. Die drei Spieler stammen aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern und sollen auf diesem Werk die Einigkeit des Kontinents demonstrieren. Die Porträts afroamerikanischer Männern in heroischen Posen haben Wiley berühmt gemacht-- seine Bilder werden mittlerweile von Kunstliebhabern wie Elton John und Denzel Washington gesammelt.

Wie die Aid by Trade Foundation, die mit ihrer Initiative Cotton made in Africa ein neues Verständnis der Entwicklungszusammenarbeit propagiert, will auch Wiley mit seinem Gemälde zur Fußball WM ein anderes Bild von Afrika zeichnen. „Viele Bilder, die wir von Afrika sehen, sind negativ", erklärt er, „Bilder von Krieg und Missmut." Dabei gebe es ein starkes Verlangen nach Zusammenhalt nach all den chaotischen Entwicklungen der Vergangenheit und der jahrelangen Zerrissenheit. „Es gibt eine Form des Zusammenhalts, die über die Grenzen der Nationalität hinausreicht, die über den verschiedenen Stämmen steht und es ist wichtig solche Momente festzuhalten."

Genau das hat Wiley in seinem unverkennbaren Stil des „Bling-Bling Barock" getan: Die drei Kicker aus Kamerun, Ghana und von der Elfenbeinküste halten sich auf dem zu Wileys „Unity Series" gehörenden Porträt an den Händen, tragen ein einheitliches Trikot und sollen so die Eintracht der afrikanischen Länder symbolisieren. „Was wir hier sehen ist ein Augenblick der Einigkeit zwischen drei großartigen afrikanischen Fußballstars."

Eines der Puma Jerseys, das mit den Farben Blau und Braun den Himmel und die Erde Afrikas symbolisieren soll, wurde als dritter Trikotsatz an alle afrikanischen WM Teilnehmer ausgehändigt.

Die Kooperation mit PUMA bezeichnet Wiley als „perfekte Zweckehe". Neben dem gemeinsam erdachten Symbol der afrikanischen Einigkeit, standen gleich sieben Gemälde des Künstlers Pate für die farbenfrohen Kleidungsstücke der aktuellen PUMA African Lifestyle Collection, die wie auch sechs weitere PUMA-Kollektionen, aus Baumwolle von Cotton made in Africa hergestellt wird.

VerifizierungssystemDrei Jahre lang wurde das Verifizierungssystem des Cotton made in Africa Standards entwickelt, optimiert und getestet. Am 28.05. war es dann soweit: das Herzstück des Siegels wurde in Berlin der Fachöffentlichkeit präsentiert. Die Geschäftsstelle des Naturschutzbundes (NABU) in Berlin bot die richtige Atmosphäre für eine offene Diskussion, zwischen Partnern der Stiftung, Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, der Industrie und der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit.

 
Das Verifizierungssystem: Balance zwischen Kontrolle, Durchführbarkeit und Effizienz.

„Cotton made in Africa -- dazu gehören bald 6 Baumwollgesellschaften und rund 200.000 Kleinbauern in sechs afrikanischen Ländern", so Managing Director Christoph Kaut. „Bei diesen Größenordnungen ist es äußerst wichtig ein effizientes Verifizierungssystem zu schaffen, das verlässliche Ergebnisse liefert ohne überteuert zu sein. Mit unserem System ist es möglich eine professionelle Verifizierung durchzuführen, die umgerechnet nicht mehr als 50 US Cents pro Farmer und Jahr kostet -- darauf sind wir stolz." Die Aid by Trade Foundation hat in den letzten vier Jahren gemeinsam mit der niederländischen Universität Wageningen, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers und den afrikanischen Baumwollgesellschaften ein Verifizierungssystem entwickelt, das so viel Kontrolle wie nötig bieten und dabei so wenig Kosten wie möglich verursachen soll -- schließlich sollen die Einnahmen aus Lizenzgebühren so schnell wie möglich die Cotton made in Africa Bauern erreichen.

Anja Meinecke von PricewaterhouseCoopers präsentierte den Kriterienkatalog (PDF zum Download), auf dem das System basiert sowie den Prozess der Verifizierung (PDF zum Download). Sie stellte heraus, dass die besondere Effizienz der Verifizierung von Cotton made in Africa in der Zusammenarbeit mit den Baumwollgesellschaften begründet liegt, die als Management Units fungieren. Über diese übergeordneten Einheiten können viele schon aggregierte Daten etwa zum Einkauf von Pestiziden oder zur Bezahlung der Bauern bezogen und die einzelnen Bauern einfach erfasst werden. Die Diskutanten unter anderem von Oxfam, der Fairtrade Labelling Organization und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung interessierten sich für die Kontrolle der Kleinbauern im Rahmen der Verifikation von Cotton made in Africa. „Wir erheben Daten von den Baumwollgesellschaften, nehmen aber natürlich auch ausreichend Stichproben auf dem Feld. Dies bietet einen großen Vorteil: Die Richtigkeit der Daten der Baumwollgesellschaften kann jeweils durch einen Gegencheck verifiziert werden", erklärte Kaut. „Natürlich gibt es noch Optimierungsbedarf, aber wir dürfen beim Erstellen der Verifizierungskriterien auch nicht die europäische Brille aufsetzen, sondern müssen immer reflektieren, welche Anforderungen auch unter den Bedingungen vor Ort realistisch und umsetzbar sind."

 
Baumwolle versus Polyester

„Polyester ist der wahre Feind der Baumwolle", so beleuchtete Fritz Grobien von der Baumwollgesellschaft Plexus einen ganz anderen Aspekt in der Debatte um nachhaltige Baumwolle, die sich sonst um den Einsatz von Pestiziden und genverändertem Saatgut drehte. Letztendlich wäre es wichtig, dass der Baumwollanbau, von dem so viele Menschen im ländlichen Afrika abhängig seien, als solcher überlebe. Hierzu sei die Steigerung der Produktivität von entscheidender Bedeutung, genau darin läge auch die Motivation für Bauern und Baumwollgesellschaften sich der Initiative Cotton made in Africa anzuschließen: Hier lernen sie in Schulungen, wie sie ihre Erträge nachhaltig steigern können, wodurch der Baumwollanbau für sie lukrativ bleibt. So schafft Cotton made in Africa für die Bauern eine Perspektive im Baumwollanbau und hilft zugleich der Naturfaser sich auch weiterhin gegen chemische Fasern wie Polyester zu behaupten.

„Wir sind keine Multi-Stakeholder-Initiative, aber eine Initiative mit vielen, uns nahestehenden Partnern aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Mit deren Fragen und Anmerkungen -- zum Beispiel mit der Stärkung der Rolle der Frau oder Repräsentation der Kleinbauern in der Initiative -- werden und wollen wir uns weiter auseinandersetzen."

Mit diesen Schlussworten unterstrich Dr. Johannes Merck, CEO der Aid by Trade Foundation, die Relevanz des Austauschs und die Notwendigkeit eines kontinuierlichen Dialogs.

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