Baumwolle: Der Rohstoff unserer Kleidung. Credit: Martin J Kielmann580.000 Tonnen Baumwolle wurden 2018 nach dem Cotton made in Africa (CmiA)-Standard zertifiziert. Damit konnte CmiA die Menge an nachhaltig produzierter Baumwolle um fast 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Rund eine Million Kleinbauern aus zehn Ländern Afrikas waren Teil der Initiative und wurden in nachhaltigen und effizienten Anbaumethoden geschult. Auch die Nachfrage nach CmiA-Baumwolle im Markt stieg mit über 14 Prozent deutlich gegenüber 2017. 46 internationale Modemarken und Textilunternehmen beziehen inzwischen CmiA-Baumwolle auf den internationalen Textilproduktionsmärkten. Umgerechnet brachten sie 103 Millionen Textilien mit dem CmiA-Label auf den Markt.

„Mit Cotton made in Africa beziehen Textilunternehmen mehr als einfach nur Baumwolle. Sie zeigen damit, dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sehr gut zusammen funktionieren“, sagt Tina Stridde, Geschäftsführerin von CmiA. „Gleichzeitig sind internationale Textilunternehmen und -marken starke Partner für die Kleinbauern. Für jedes Textil bezahlen sie Lizenzgebühren. Einnahmen aus Lizenzen finanzieren die Arbeit der Initiative vor Ort. Wir freuen uns, dass wir mit 46 Unternehmen und Modemarken die Nachfrage nach CmiA im Markt erfolgreich weiter ausbauen konnten.“ Aktuell arbeitet CmiA mit Kleinbauern in Äthiopien, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Ghana und Kamerun sowie in Mosambik, Sambia, Tansania und Uganda zusammen. Mit neuen Partnern in Nigeria und in Benin erweitert die Initiative ihr Netzwerk ab der Saison 2018/2019. Waren es 2018 noch 85 registrierte Spinnereien und Textilproduzenten, mit denen CmiA zusammenarbeitet, sind es aktuell mehr als 100 weltweit. Für 2018 ist etwa 37 Prozent der afrikanischen Baumwollproduktion CmiA zertifiziert. Sie wird in 19 Textilproduktionsmärkten weltweit – davon sieben in Afrika – zu fertigen Produkten weiterverarbeitet.

Internationale Textilunternehmen als starke Partner für Kleinbauern

Größter Abnehmer von CmiA-Baumwolle ist die Otto Group mit Spitzenreiter Bonprix. 93 Prozent der Baumwolle, die das Unternehmen Bonprix kauft und verarbeitet, ist CmiA zertifiziert. „Die intensive Zusammenarbeit mit Cotton made in Africa ist für uns ein wichtiger Hebel zur Erreichung unseres Ziels bis 2020 ausschließlich nachhaltig erzeugte Baumwolle nachzufragen“, sagt Stefanie Sumfleth, Head of Quality Management, Corporate Responsibility & Digital Product Development bei Bonprix. „Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit CmiA einen wertvollen Beitrag zum Schutz von Mensch und Umwelt leisten.“ Weitere große Abnehmer der nachhaltig produzierten Baumwolle sind die REWE Group, Tchibo, ALDI SÜD und ASOS sowie Ernsting’s family, Vlisco Group, Engelbert Strauss und Bestseller. Neben den großen Playern setzen auch kleinere Fair Fashion Brands wie Hiitu, Cooee Kids oder Weaverbirds auf das Nachhaltigkeitslabel. Aldi Nord schloss sich der Initiative kürzlich als neuer Partner an.

Alle Textilunternehmen zahlen für die zertifizierte Baumwolle Lizenzgebühren an die Initiative. Das Geld reinvestiert CmiA in den Anbauregionen. Es fließt zum Beispiel in die Kosten für die Zertifizierung. 2018 fanden 26 reguläre Verifizierungseinsätze statt, 12 auf dem Feld, 14 in den Entkörnungsanlagen. Hierbei handelt es sich um Fabriken, in denen die Baumwollfaser von den Samen getrennt wird. Im Auftrag der AbTF führten die unabhängigen Unternehmen EcoCert und AfriCert die Verifizierungen durch. Insgesamt 19 afrikanische Auditoren waren dabei im Jahr 2018 im Einsatz. Anhand der externen Kontrollen wird sichergestellt, dass die Ausschlusskriterien wie das Verbot von genverändertem Saatgut, der Ausschluss künstlicher Bewässerung sowie bestimmter gefährlicher Pestizide beachtet werden und die Entwicklungskriterien, wie Maßnahmen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit oder für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, verbessert werden. Einnahmen aus Lizenzen fließen darüber hinaus in agrarwirtschaftliche Schulungen für die Kleinbauern oder in so genannte „Farmer Business Schools“. Diese vermitteln den Kleinbauern einfache betriebswirtschaftliche Kenntnisse.

Zudem werden die Menschen vor Ort für soziale Themen sensibilisiert, die über den nachhaltigen Baumwollanbau hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise die Förderung der Frauen auf ihrem Weg in die wirtschaftliche und gesellschaftliche Selbständigkeit sowie Themen zur Gesundheit der Kleinbauern. Im Rahmen des Community Kooperationsprogramms der Stiftung wurden so im Schulterschluss mit zertifizierten Baumwollgesellschaften im Jahr 2018 zahlreiche Projekte zur Unterstützung der Dorfgemeinschaften umgesetzt. Ein zentraler Schwerpunkt lag dabei auf der Förderung von Frauen und Kindern sowie dem Thema Gesundheit. Insgesamt 254.000 Euro wurden 2018 als Projektmittel für Schulprojekte, einkommensschaffende Maßnahmen für Frauen oder den Zugang zu sauberem Trinkwasser ausgezahlt.

Stifter Prof. Dr. Michael Otto resümiert abschließend: „Es ist der Mut und die Stärke unserer Partner in Afrika und auf der ganzen Welt, der uns täglich anspornt und motiviert mit ihnen gemeinsam weiter am Erfolg unseres Vorhabens zu arbeiten und der uns mit großer Zuversicht in die Zukunft blicken lässt.“

Baumwolle wird aufgrund unterschiedlicher Klimazonen in Subsahara Afrika je nach Projektland zu unterschiedlichen Zeiten angebaut, geerntet und entkörnt. Die Angaben geben einen Rückblick auf die Saison 2017/2018. Die Zahlen sind gerundet und umfassen CmiA und CmiA Organic.

 

Frauenempowerment in AfrikaInitiative und Botschafterin setzen zum internationalen Frauentag auf Empowerment

160.000 Baumwollbäuerinnen waren im Jahr 2018 Teil der Initiative Cotton made in Africa (CmiA) in Subsahara-Afrika. Frauen leisten in der Region einen Großteil der Arbeit auf den Feldern und treiben positive Veränderungen ganzer Dorfgemeinschaften voran. Sie übernehmen eine zentrale Rolle für eine nachhaltige Entwicklung und bessere Lebensbedingungen. Deshalb setzt sich CmiA hier gemeinsam mit lokalen Partnern und Unternehmen der Nachfrageallianz für mehr Rechte von Frauen ein. Die Initiative ermöglicht ihnen so den Schritt in die wirtschaftliche Unabhängigkeit und damit eine bessere Stellung in der Gesellschaft.

„Frauen sind in vielen Ländern benachteiligt und ohne Job und Ausbildung von Männern abhängig. Zum heutigen Weltfrauentag möchte ich auf die Frauen aufmerksam machen, die mich tief beeindrucken – die Baumwollbäuerinnen in Afrika. Sie sind Powerfrauen und die wahren Heldinnen für mich heute. Als Botschafterin von Cotton made in Africa mache ich mich gerne für sie stark“, so Motsi Mabuse, TV-Jurorin und prominente Tänzerin mit südafrikanischen Wurzeln. „Neben dem Anbau nach CmiA Standard unterstützen wir Kleinbäuerinnen in Frauengruppen zusätzlich durch Anschubfinanzierungen, durch die sie ihre Geschäftsideen verwirklichen und sich finanziell besserstellen können. Damit setzen wir wichtige Impulse, von denen ganze Familien nachhaltig profitieren können. Frauen werden so zu Vorbildern für andere und wir freuen uns gemeinsam mit Motsi wichtige Impulse zu setzen, von denen ihre Kinder, Familien und Dörfer in Afrika profitieren können“, ergänzt Tina Stridde, Geschäftsführerin der Aid by Trade Foundation.

Cotton made in Africa setzt sich mit konkreten Maßnahmen für eine Gleichstellung von Frauen und Männern ein. CmiA zertifizierte Baumwollgesellschaften in Afrika bietet Schulungen im nachhaltigen Baumwollanbau an, die speziell auf die Bedürfnisse der Teilnehmerinnen ausgerichtet sind. Sie bildet viele Baumwollbäuerinnen zu Gruppenleiterinnen, sogenannten „Lead-Farmerinnen“, aus. Das stärkt ihre Rolle innerhalb der Schulungsgruppen und in der Gemeinschaft. In den Baumwollgesellschaften erhalten Mitarbeiter Seminare zum Thema Gleichberechtigung. Unternehmen stellen Frauenbeauftrage als feste Ansprechpartner für Kleinbäuerinnen und das Thema Gleichberechtigung an.

Entwicklungschancen von Frauen fördern

Mit einem Kooperationsprogramm für die lokalen Dorfgemeinschaften fördert CmiA den Zusammenschluss von Kleinbäuerinnen in Gruppen. So bekommen sie beispielsweise einfacher Kredite. „In Folge der besonderen Fördermaßnahmen beteiligen sich Frauen verstärkt auch finanziell an Gemeinschaftsprojekten und erhalten stärkere Mitsprache bei der Entscheidungsfindung“, erklärt Josia Coulibaly, CSR-Beauftragte der CmiA-zertifizierten Baumwollgesellschaft SECO in Côte d’Ivoire. „Das macht sie zu wichtigen Vorbildern für andere Frauen.“ Die in Gruppen organisierten Frauen bauen gemeinsam Baumwolle und andere Feldfrüchte an. Die erzielten Gewinne reinvestieren sie für das Gemeinwohl – beispielsweise zur Unterstützung anderer Dorfbewohner wie ältere Menschen oder Waisenkinder.

Seit dem Jahr 2015 hat CmiA zwanzig verschiedene Frauengruppen über das Community Kooperationsprogramm gefördert. Davon haben insgesamt 597 Frauen direkt profitiert. Die Förderung floss beispielsweise in eine Hühner-, Bienen- oder Ziegenzucht, eine Schneiderei, Gemüsegärten oder den Aufbau eines Lebensmittelgeschäfts. Mit den Projekten verbessern die Frauen ihr Einkommen und stabilisieren die Ernährungssicherheit ihrer Familien. Alice Chalimbwa aus Nampundwe in Sambia ist eine von ihnen. Die Förderung ermöglicht es ihr und ihrem Ehemann wieder zur Schule zu gehen und ihren Sekundarabschluss zu machen.

Lesen Sie mir über die Kleinbäuerinnen in unserer Sektion "Auf ein Lächeln mit..." hier.

Die CmiA Bathrobe Challenge erreichte Millionen MenschenDie Bathrobe Challenge von Cotton made in Africa erreichte Millionen Menschen über soziale Netzwerke

Über eine Million Kleinbauern in Afrika, 500.000 Tonnen nachhaltiger Baumwolle, 90 Millionen gelabelte Textilien und eine Initiative, die mit Partnern entlang der textilen Wertschöpfungskette vom Feld bis zum Shop zusammenarbeitet – das ist Cotton made in Africa (CmiA), einer der größten Standards für nachhaltige Baumwolle. Mit der nun abgeschlossenen #BathrobeChallenge erreichte die Nachhaltigkeitsinitiative Millionen Menschen über die sozialen Netzwerke und setzte ein Zeichen für die Baumwollbauern in Afrika.

Bademantel tragen für den guten Zweck – so das Motto der #BathrobeChallenge von CmiA, die am 30. August mit einer Party in Berlin startete. Die Idee Selfies im Bademantel zu posten und andere herauszufordern das Gleiche zu tun, verbreitete sich bis Anfang Oktober über die sozialen Netzwerke und erreichte an die 5 Millionen Menschen. Darunter waren auch prominente Bademantelträger wie die CmiA-Botschafterinnen Motsi Mabuse und Laura Chaplin, die Band Revolverheld mit Frontmann Johannes Strate, das Model Elena Carrière und Influencer wie Riccardo Simonetti oder Aminata Belli. „Mit jedem Bild, jedem Hashtag und jeder Verlinkung hat die Challenge Menschen in der ganzen Welt erreicht. Für uns ist es sehr wichtig, unserer Arbeit und dem Label Cotton made in Africa mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Mit der #BathrobeChallenge sind wir diesem Ziel ein großes Stück nähergekommen. Wir freuen uns sehr, dass wir so viele Teilnehmer aktivieren konnten, sich für uns einzusetzen“, so Tina Stridde, Geschäftsführerin der Cotton made in Africa Initiative über die #BathrobeChallenge.

Auch Partner der Initiative unterstützten tatkräftig – so bspw. die Welthungerhilfe, der WWF, Care, der NABU sowie OTTO, Hiitu und Tchibo. Der Bademantel war dabei nicht nur als Requisite für lustige Selfies gedacht. Er wurde ausgewählt, da er genauso wenig in der Öffentlichkeit sichtbar ist wie die Baumwollbauern. „Seit über zehn Jahren engagiert sich OTTO für Cotton made in Africa und setzt auf die nachhaltig produzierte Baumwolle aus Afrika. Mit der Bathrobe Challenge konnten wir auf positive Art und Weise Aufmerksamkeit für die Menschen schaffen, die den Rohstoff für unsere Kleidung anbauen“, freut sich Anja Dillenburg, Leiterin Corporate Responsibility OTTO. Iris Schöninger, stellvertretende Leiterin Grundsatzabteilung der Welthungerhilfe ergänzt: „Baumwollbauern müssen von ihrer Arbeit auf dem Feld leben können und die Möglichkeit haben ihre Kinder statt aufs Feld in die Schule schicken zu können. Als langjähriger Partner von Cotton made in Africa haben wir uns gerne an der BathrobeChallenge beteiligt, um mehr Menschen auf unsere gemeinsamen Ziele sowie Lösungsansätze, die Cotton made in Africa dafür bietet, hinzuweisen.“

Weitere Infos unter www.bathrobechallenge.com

Die Arbeitsbedingungen sind eine der wichtigsten Prioritäten des neuen Programms.  (Foto: Annemarieke van de Broek)Solidaridad, Cotton made in Africa, Danish Ethical Trading Initiative und MVO Nederland starten ein neues Projekt mit dem Ziel, eine nachhaltige Wertschöpfungskette für Baumwolle und Textilien vom Baumwollfeld in Äthiopien bis zum europäischen Verbraucher zu fördern.

Auf der 8. internationalen Konferenz „Cotton, Textile and Apparel value chain in Africa“ (CTA-19) an der Bahir Dar University wurde das neue EU-finanzierte Projekt Bottom UP! offiziell gestartet. Das wachsende Interesse internationaler Marken an Bekleidung aus Äthiopien bietet die Möglichkeit, die Textilindustrie nachhaltig zu entwickeln. Deshalb starten Solidaridad, Cotton made in Africa (CmiA), Danish Ethical Trading Initiative (DIEH) und MVO Nederland (CSR Netherlands) mit Unterstützung der EU ein Projekt in Äthiopien, um eine nachhaltige, transparente und integrierte Wertschöpfungskette aufzubauen. Das Projekt soll 2.000 Baumwollbauern, 2.200 Landarbeitern und 17.000 Textilarbeitern zugutekommen.  

Die Baumwoll- und Textilindustrie ist der zweitwichtigste Wachstumsmarkt für die äthiopische Regierung. Eine Reihe aktueller Herausforderungen hemmen jedoch das vorhergesagte Wachstum der Branche und stellen die Reputation infrage, ein nachhaltiger Beschaffungsmarkt zu sein. So gibt es beispielsweise keinen Mindestlohn, der menschenwürdige Lebensbedingungen für die Arbeitnehmer gewährleisten kann. Der tatsächlich gezahlte Lohn liegt mit nur 26 US-Dollar pro Monat weit unter der von der Weltbank festgelegten Armutsgrenze für das Land.

Das Projekt Bottom UP soll bis 2021 zu einer Wertschöpfungskette beitragen, die wirtschaftliches Wachstum schafft, die Arbeitsbedingungen verbessert, und sowohl Arbeits- und Umweltstandards sowie verantwortungsvolle Einkaufspraktiken in der Baumwoll- und Textilindustrie in Äthiopien und Europa fördert. Dazu werden die Partner den Baumwollbauern, Landwirtschafts- und Entkörnungsbetrieben Schulungen und technische Unterstützung anbieten, um nachhaltige Verfahren und Standards einzuhalten. Sie werden direkte Verbindungen zwischen europäischen Marken und äthiopischen Textilfabriken erleichtern, um die Verwendung nachhaltiger Baumwolle zu fördern, und den Textilfabriken technische Unterstützung bei der Einführung nachhaltiger Verfahren bieten. Darüber hinaus werden potenzielle internationale Käufer über die Chancen und Hindernisse für die Beschaffung von Textilien aus Äthiopien informiert, und es werden Netzwerktreffen zum Austausch veranstaltet. Schließlich ist geplant eine Verbraucherkampagne in Europa durchzuführen, um mehr Bewusstsein für die Probleme aber auch positiven Entwicklungen in der Textilindustrie zu schaffen.

Über Solidaridad

Das Solidaridad Network ist eine internationale zivilgesellschaftliche Organisation, die 1969 gegründet wurde. Ihr Hauptziel ist es, die Entwicklung sozial verantwortlicher, ökologisch einwandfreier und profitabler Lieferketten zu unterstützen. Sie ist in acht regionalen Kompetenzzentren in über 40 Ländern tätig. Solidaridad möchte Produktionsweisen verändern, um faire, profitable Existenzgrundlagen und Geschäftsmöglichkeiten, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und einen fairen Lebensunterhalt zu fördern – ohne die Umwelt zu zerstören, in der Menschen leben und sich heimisch fühlen.

Über Danish Ethical Trading Initiative (DIEH)

Die Danish Ethical Trading Initiative wurde 2008 gegründet und hat sich zu einer leistungsstarken Organisation entwickelt, die in zahlreichen Bereichen tätig ist. DIEH ist eine dänische gemeinnützige Organisation, die die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen unterstützt, um einen verantwortungsbewussten Handel zu fördern.

Über MVO Nederland

CSR Niederlande/MVO Nederland ist das Kompetenzzentrum für niederländische Betriebe, die sich für die soziale Verantwortung von Unternehmen einsetzen. Über 2.000 Unternehmen gehören dieser Netzwerkorganisation an.

 

Prof. Otto zu Gast beim GP Salon Berlin / Hamburg, 07.02.2019 - Der Wirtschaftsstandort Afrika birgt für die deutsche Wirtschaft ein enormes Entwicklungspotenzial. Der Kontinent steht vor einem Boom, der vor allem von einer wachsenden Mittelschicht, einem zunehmenden Absatzmarkt und der jungen, dynamischen Bevölkerung angetrieben wird, ist der Hamburger Unternehmer Michael Otto überzeugt. Nachhaltiges Wirtschaften und die vollständige Entwicklung von Wertschöpfungsketten in Afrika sind wichtige Wachstumshebel, an denen deutsche Unternehmen mitwirken können und sollen. Das sind zentrale Ergebnisse des GP-Salons aus der Reihe „Wirtschaft als Teil der Lösung“, den die Global Perspectives Initiative und die Initiative „Cotton made in Africa“ gemeinsam mit dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Januar veranstalteten. In seinem Impulsreferat sprach sich der namhafte deutsche Unternehmer Prof. Dr. Michael Otto für ein verstärktes Engagement der deutschen Wirtschaft in Afrika aus und plädierte für Partnerschaften auf Augenhöhe.

Hilfe zur Selbsthilfe ist der Schlüssel für nachhaltiges Wirtschaften

Prof. Dr. Michael Otto sagte: „Wir setzen bei unserem Engagement konsequent auf das Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das bedeutet, wir schulen und begleiten. Die finale Umsetzung müssen die Kleinbauern aus eigener Kraft bewältigen. Diese Verantwortung und Schaffenskraft für den eigenen Erfolg ist wichtig. Es fördert die Eigeninitiative sowie Kreativität. Durch den gleichzeitigen Aufbau einer internationalen Allianz aus Unternehmen aktivieren wir Marktkräfte.“

Hoher Bedarf für Investitionen und unternehmerisches Engagement aus Europa

Nicht jedes Unternehmen müsse ein Sozialunternehmen sein, sagte Eva Gauß, Referentin für Subsahara-Afrika beim BDI. Wichtig sei jedoch, dass man in Afrika nachhaltige Geschäftsmodelle verfolgen würde. Gunther Beger, Abteilungsleiter für Grundsatzfragen der Entwicklungszusammenarbeit beim BMZ, wies auf den enormen Investitionsstau hin: „Alle zehn Tage wächst Afrikas Bevölkerung um eine Million Menschen. Pro Jahr müssen rund 20 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden.“ An Investitionen in Infrastruktur brauche der Kontinent in den nächsten fünf Jahren so viel, wie Europa in den letzten 100 Jahren. Der Investitionsbedarf für die Umsetzung der Agenda2030 läge bei 2,5 Billionen US-Dollar pro Jahr. „Die dafür notwendigen Jobs kann die staatliche Entwicklungszusammenarbeit nicht alleine schaffen“, sagte Beger. Das könnten die Unternehmen viel besser. Er ergänzte, dass Schätzungen zufolge neun von zehn Jobs im Zusammenhang mit Afrika von der Wirtschaft geschaffen würden.

Für Afrika und seine Investoren muss der Aufbau einer Wertschöpfungskette im Fokus liegen

Michael Otto forderte, man müsse Afrika darin unterstützen, dass es nicht nur Rohstoff-Exporteur bleibe. Im Falle der Baumwolle sollte Afrika zukünftig viel stärker selbst auf die Weiterverarbeitung des Rohstoffes zu fertigen Produkten setzen, anstatt nur den Rohstoff  zu exportieren. Es müsse die gesamte Produktionskette abgedeckt werden können – „From Field to Fashion“. Denn gerade die Konfektion und Veredelung schaffe tausende von Arbeitsplätzen, sagte Otto. Es fehle derzeit an Investitionskapital für Spinnereien und Webereien. Damit deutsche Unternehmen hier stärker investieren können, müssten Hermes Bürgschaften greifen - insbesondere in Ländern, wo die Stabilität langfristig nicht vorhersehbar ist und hohe Risiken vorherrschen. Denn diese Risiken, schlussfolgert Michael Otto, seien der Haupthinderungsgrund für Unternehmer, in Afrika zu investieren.

Europa und Deutschland müssen Partnerschaften auf Augenhöhe schließen

Nicht nur bei der Durchsetzung von Umwelt- und Sozialstandards müssten Europa und Deutschland mit gutem Beispiel vorangehen. „Afrika und Europa verbindet eine lange Beziehung und gemeinsame Interessen“, sagte Michael Otto. „Wir müssen Afrika als selbstbestimmten Partner begreifen und eine Entwicklungspolitik gestalten, die keine neuen Abhängigkeiten schafft.“ Stattdessen brauche es neue Handels- und Wirtschaftsbeziehungen. In Verbindung mit Umwelt- und Sozialstandards sei dies die Basis für eine nachhaltig prosperierende und friedliche Entwicklung in Afrika.

„Good Governance“ und Korruptionsbekämpfung bleiben wichtige Aufgaben für die Politik

Die Politik müsse weiterhin auf gute Regierungsführung drängen, forderte Michael Otto. Das sei die Voraussetzung für erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung. Die Korruptionsbekämpfung bleibe wichtig. Ermahnungen würden nicht genügen, Maßnahmen müssten folgen. Ruanda könne hier als Vorbild fungieren. In der weiteren Diskussion wurde deutlich, dass Multistakeholder-Ansätze in der Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft, Politik und dem Privatsektor Chancen eröffnen würden, schwierige Fragen der Regierungsführung zu lösen.

Afrika steht für Chancen, Veränderung und Aufbruch

Michael Otto ist überzeugt, dass Wirtschaft und Nachhaltigkeit gewinnbringend kombiniert werden können. Inzwischen arbeitet die Initiative mit über eine Million Kleinbauern zusammen. Um sie zu befähigen, ihr Leben und das ihrer Familien wirksam, dauerhaft und eigenständig zu verbessern, setzt die Initiative insbesondere auf den Aspekt der Wissensvermittlung. Erfahrungen der CmiA-Initiative machen deutlich, dass die Kleinbauern mit viel Eifer, Ehrgeiz und Willen zur Veränderung die Projekte umsetzten und dem Thema Bildung ihrer Kinder zudem eine hohe Bedeutung einräumen.

Afrika braucht die Erfahrung deutscher Unternehmen

Eva Gauß zeigte sich davon überzeugt, dass deutsche Unternehmen mit ihrem Knowhow und ihrer Technologie ein hervorragender Partner für den Kontinent sein würden. Michael Otto ergänzte: „Afrika braucht die deutsche Wirtschaft und ihre Erfahrungen im Aufbau von nachhaltigen Wertschöpfungsketten. Sie versteht am besten, wie man Nachhaltigkeit mit Wirtschaft verknüpft. Es gibt tolle afrikanische Unternehmen. Es lohnt und macht Freude, in Afrika zu investieren, Partnerschaften zu schließen und mit jungen Menschen zusammen zu arbeiten“.

GPI stellt“ Cotton made in Africa“ als Vorbild für eine nachhaltig erfolgreiche Initiative in Afrika vor

Zum GP-Salon kamen erneut zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Medien zusammen, um von Best-Practice-Beispielen der deutschen Wirtschaft in Afrika zu lernen und wesentliche Erkenntnisse in der Zusammenarbeit mit dem Kontinent zu teilen. „Mit seiner Initiative Cotton made in Africa hat Prof. Dr. Michael Otto gezeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften in Afrika nicht nur notwendig, sondern vor allem möglich ist“, so Gastgeberin Dr. Ingrid Hamm, Gründerin & CEO der Global Perspectives Initiative. „Wir freuen uns ganz besonders, mit Michael Otto einen der größten Vorbildunternehmer in Deutschland für den GP-Salon gewonnen zu haben.“

Die Erfolgsgeschichte von CmiA zeigt, dass Unternehmertum in Afrika nachhaltig und langfristig prosperieren kann. „Deutsche Unternehmen können von den enormen Entwicklungspotenzialen auf dem Kontinent profitieren“, sagte Michael Otto und ist überzeugt: „Afrika wird sich zu einem festen Wirtschaftspartner für Deutschland entwickeln.“

Die vollständige Zusammenfassung des GP-Salons finden Sie hier.

Interview mit Michael Otto: http://bit.ly/Michael_Otto

Bildmaterial zur Veranstaltung: http://bit.ly/Made-In-Africa

Über die Global Perspectives Initiative (GPI)

Die Global Perspectives Initiative ist eine gemeinnützige Organisation, die 2016 in Berlin gegründet wurde. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, den Diskurs über eine nachhaltige, ausgewogene und gerechte globale Entwicklung zu fördern und damit auch den Beitrag Deutschlands zur Erfüllung der 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Ziele nachhaltiger Entwicklung zu unterstützen. Dafür führt sie in unterschiedlichen Diskussionsformaten regelmäßig Meinungsführer aus Politik, Wirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft zusammen, um zentrale Themen der globalen Entwicklung zu erörtern und zum Handeln zu motivieren. Der GP-Salon-Serie „Wirtschaft als Teil der Lösung“ ist ein Gesprächsformat, das Leuchtturmprojekte der deutschen Wirtschaft in Afrika vorstellt und diskutiert. Weitere Informationen finden Sie unter gp-initiative.org und auf unseren Social-Media-Kanälen.

CmiA Produzenten lernen die Prozessschritte der textilen Wertschöpfung kennenHamburg/Istanbul, 15. Oktober 2018 Auf Initiative von Cotton made in Africa (CmiA) reiste eine 17-köpfige Delegation afrikanischer Baumwollproduzenten in die Türkei, um in einem der größten Textilproduktionsmärkte der Welt mehr über die Weiterverarbeitung „ihres“ Rohstoffs zu erfahren.  Im Großraum Istanbul besuchten sie eine Importorganisation, eine Spinnerei und einen Fertigungsbetrieb für Bekleidung. 

Zu Beginn der Reise stand der Besuch einer Spinnerei in Çorlu bei Istanbul auf der Agenda. Er bot vom modernen und effizienten Maschinenpark über die Arbeit im Labor bis hin zu den vielen aufwändigen Reinigungsstufen und Qualitätskontrollen neue und interessante Einblicke für die afrikanischen Besucher. Sie lernten vor Ort außerdem mehr über den Fertigungsprozess (CMT) sowie die Rolle einer Importorganisation kennen. Allesamt Prozessschritte, die sich anschließen, wenn die Produzenten ihren Rohstoff nach der Ernte mit dem Verkauf an die Baumwollhändler aus den Augen verlieren. Die unterschiedlichen Stationen der textilen Wertschöpfungskette machten eindrucksvoll deutlich, wie viele Handgriffe und aufwändige Verarbeitungsstufen folgen müssen bis aus dem Rohstoff Baumwolle ein hochwertiges T-Shirt entsteht. „Ich bin davon fasziniert, mit welcher Präzision und Sorgfalt die Baumwolle weiterverarbeitet wird. Das ist für uns Motivation und Ansporn, beim Anbau der Baumwolle den gleichen Qualitätsmaßstab anzulegen“, fasst Emanuel Mbewe seine Eindrücke zusammen. Mbewe ist CmiA Koordinator der Baumwollgesellschaft Continental Ginnery Limited in Sambia. Er arbeitet kontinuierlich mit den Kleinbauern daran, dass sie Baumwolle von hoher Qualität erzeugen, die einen besseren Preis auf dem Weltmarkt erzielen kann.

Organisatorin der Reise war die Initiative Cotton made in Africa (CmiA). Sie arbeitet mit über einer Million Kleinbauern in Afrika zusammen, die nachhaltige Baumwolle gemäß CmiA Standard produzieren. Ziel der Reise war es einen Austausch zwischen den Stufen der textilen Wertschöpfung – vom Anbau bis zur Fertigung – zu fördern, die üblicherweise sehr wenig oder gar keinen Kontakt miteinander haben. Der Besuch trug zu einem besseren Verständnis für die Bedürfnisse der Textilindustrie einerseits und die Herausforderungen der Baumwollproduzenten andererseits bei. Christian Barthel, Direktor Business Development von CmiA, resümiert: „Wir freuen uns über das große Interesse an diesem produktionsstufen-übergreifenden Austausch. Wenn die Partner der textilen Wertschöpfungskette die Bedürfnisse des anderen besser verstehen, profitieren alle.“

Baumwolle ist die meist verwendete Naturfaser für die globale Textilproduktion. Der nach dem CmiA Standard nachhaltig produzierte Rohstoff ist in allen wichtigen Textilproduktionsmärkten gefragt – so auch in der Türkei. Laut WTO 2017 rangiert die Türkei weltweit auf dem 6. Platz der größten Textillieferanten. Das Land zählt seit Gründung der Nachhaltigkeitsinitiative im Jahr 2005 zu den Produktionsländern von CmiA gelabelten Textilien.

 

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